Bestimmt haben Sie schon von den besten Bewertungsplattformen für Ärzte wie Jameda, Google oder DocFinder gehört. Patient:innen bekommen dort die Möglichkeit Ihre persönliche Praxiserfahrung mit der Öffentlichkeit zu teilen. Für Ärzte und Ärztinnen stellt sich daher die Frage: Sollte man auf einem dieser Portale vertreten sein? Worauf muss man bei der Auswahl eines Portals achten? Und welche Chancen und Risiken bieten sie?
In diesem Leitfaden erfahren Sie:
✅ worauf Sie bei der Auswahl eines Bewertungsportals achten sollten,
✅ wie Sie mit Bewertungen professionell umgehen,
✅ wie Sie Patient:innen motivieren, Feedback zu geben,
✅ und welche Vor- und Nachteile Bewertungen mit sich bringen,
Sind Bewertungen auf Arztbewertungsportalen überhaupt vertrauenswürdig?
Hier muss gesagt werden, dass das von verschiedenen Faktoren abhängt. Doch wie bei allem, gibt es auch bei Bewertungsplattformen schwarze Schafe. Die meisten Betreiber:innen von Bewertungsportalen für Ärzte sind natürlich darauf bedacht, dass die hinterlassenen Bewertungen echt sind. Dafür werden auch verschiedenste Überprüfungsmechanismen verwendet.
Worauf sollten Sie bei der Auswahl eines Bewertungsportals achten?
1️⃣ Überprüfen Sie, ob auf Anfragen reagiert wird, ob es ein Impressum gibt und ob es andere Kontaktmöglichkeiten neben einer Emailadresse gibt.
2️⃣ Ist der Datenschutz gegeben. Gibt es eine verständliche Datenschutzerklärung? Wird transparent darüber informiert, wie Daten verarbeitet werden?
3️⃣ Es sollten klare Informationen darüber vorhanden sein, wer das Portal betreibt und wie sich die Plattform finanziert. Ist es eine seriöse Firma, ein Verband oder ist es lediglich eine Werbeplattform? Werbeanzeigen sollten als solche gekennzeichnet sein.
4️⃣ Ist das Portal wirklich neutral oder kann man für besseres Ranking oder die Löschung von negativen Bewertungen einfach bezahlen?
5️⃣ Sind die Bewertungen aktuell oder schon älter.
6️⃣ Gibt es Bewertungsregeln und wie werden diese umgesetzt. Müssen Behandlungen vorab nachgewiesen werden und werden Falschaussagen oder Beleidigungen entfernt.
Welche Bewertungsportale für Ärzte werden in Österreich und Deutschland oft genutzt?
Mittlerweile gibt es schon einige Bewertungsportale die in Österreich und Deutschland von Ärzt:innen und Patient:innen genutzt werden.
Die am häufigsten genutzten Arztbewertungsportale in AUT und DE:
- Google My Business
- docfinder.at
- docify.at
- arztsuche24.at
- jameda.de
- DocInsider.de
- imedo.de
Ist es überhaupt erlaubt, Ärzte online zu bewerten?
Ja, es ist erlaubt, dass Patient:innen Ihre Erfahrungen teilen. Die Patient:innen dürfen Ihre Meinung frei äußern und dürfen sachliche, respektvolle Kritik üben, die auf Tatsachen beruhen.
Die meisten Bewertungsportale geben einen Rahmen vor, in dem sich die Bewertung bewegen darf. Beispielsweise Kategorien wie Team, Wartezeit aber auch die Möglichkeit die Erfahrung im Detail als Fließtext wiederzugeben.
Warum faire Bewertungen auch für die Portale Gold wert sind
Man könnte denken: Den Portalen ist jede Bewertung recht, Hauptsache es rappelt im Karton. Aber nein, seriöse Portale setzen alles daran, dass Bewertungen fair, sachlich und lesbar bleiben.
Warum? Weil es Ihre eigene Reputation beeinflusst. Falsche Empfehlungen und unhöfliche Kritik zieht nun mal keine Kunden an.
Manche Portale haben bis zu 50 Kriterien, die ihr Algorithmus vorab überprüft. Erst wenn diese Tests bestanden sind, geht der Kommentar online.
Gute Portale bieten zudem immer auch die Möglichkeit, eine beleidigende oder falsche Bewertung anzufechten – und löschen sie, wenn sie wirklich daneben ist.

Welche Vorteile bringen Patientenbewertungen?
Echte, authentische und positive Patientenbewertungen beeinflussen natürlich ihre Praxisreputation. Bevor ein Patient oder eine Patientin heute eine Arztpraxis kontaktiert, wird immer erst recherchiert. Die wichtigste Säule dabei – Patientenbewertungen auf Arztbewertungsportalen.
Rund 76 % der Befragten gaben in der BrightLocal-Studie 2024 an, einer online Bewertung genauso viel Vertrauen zu schenken wie einer Persönlichen.
Das bedeutet, dass Patientenbewertungen direkte Auswirkungen auf Ihre Patientengewinnung haben. Die Bewertungen können im Entscheidungsprozess ausschlaggebend sein und Ihnen den nötigen Vertrauensvorschuss sichern.
Zudem können positive Bewertungen hervorragend für Ihr Praxismarketing genutzt werden. Dabei sollten sie jedoch immer auch den Datenschutz im Auge behalten. Tipps dazu finden Sie hier.
50 Bewertungen, 27 davon geben Feedback über zu lange Wartezeiten. Das könnte man nun abtun oder man könnte es zum Anlass nehmen und die eigenen Praxisabläufe und das Praxismanagement unter die Lupe zu nehmen.
Es gibt immer verstecktes Potenzial, das ausgegraben werden möchte, man muss nur die Ärmel hochkrempeln.
Welche Nachteile kann ein Ärztebewertungsportal haben?
Eine Medaille hat immer zwei Seiten und wir möchten beide beleuchten.
So positiv die Auswirkungen einer Patientenbewertung sein mögen, es handelt sich dabei immer um das Feedback einer Person, die in den meisten Fällen über kein oder nur geringfügiges medizinisches Fachwissen verfügt.
Ob Lobeshymne oder Schimpftirade – eine Arztbewertung wird oft aus einer Laune heraus geschrieben. Kaum jemand macht einen sachlich-neutralen Bericht aus einer persönlichen Erfahrung, die die eigene Gesundheit oder den eigene Körper betrifft. Deshalb schwingen immer auch Gefühle wie Dankbarkeit, Freude oder Frust und Wut in den Zeilen einer Bewertung mit.
Ist man bei der Auswahl eines Bewertungsportals nachlässig, sieht man sich später den Konsequenzen gegenüber: Bezahlte Bewertungen die das Ranking verfälschen, keine Qualitätskontrollen und fehlende Maßnahmen gegen Fake-Bewertungen, Beleidigungen und Falschaussagen.
Wie geht man mit Patientenbewertungen auf Bewertungsplattformen um?
Wie bereits erwähnt, sollte man Patientenbewertungen immer auch als eine wertvolle Informationsquelle sehen. Sie geben direktes Feedback über beispielsweise Freundlichkeit, Wartezeit, Kommunikation oder auch unrunde Abläufe oder unerfüllte Erwartungen.
Grundsätzlich haben seriöse Bewertungsportale einen Verhaltenskodex dem Patient:innen folgen müssen. Sollten Sie jedoch das Gefühl haben, eine Bewertung sind absolut unter der Gürtellinie oder entspricht nicht der Wahrheit, dann sollten Sie den Portalbetreiber informieren und einen spezialisierten Anwalt zurate ziehen. Manche Bewertungsportale bieten hierbei sogar Ihre Unterstützung an.
TIPP – VIDEO – WAS TUN BEI NEGATIVEN GOOGLE BEWERTUNGEN? Spoiler: Jede beantwortete negative Google Bewertung wird von Google als Schuldbekenntnis gesehen, egal was Sie antworten! 👉 MEHR IM VIDEO!
Wie kann ein Arzt Patienten ermutigen, Bewertungen abzugeben?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten Ihre Patient:innen zu ermutigen, ihre Erfahrung zu teilen.
WICHTIG: Es ist nicht erlaubt Patient:innen unter Druck zu setzen oder Ihnen ANREIZE zu bieten. Das Teilen der Erfahrung muss vollkommen freiwillig erfolgen.
Hier unsere Tipps:
Patient:innen emotional abholen
NACH einer erfolgreichen Behandlung können sie den Patienten auch persönlich ansprechen: „Ich freue mich sehr über ein Feedback von Ihnen – das hilft mir und anderen Patienten auch.“
Feedback sollte Teil Ihrer Unternehmenskultur sein
Fühlen Patient:innen das Feedback ernstgenommen wird spüren Sie das auch. Schon am Empfang oder im Wartebereich kann man mit dem Satz „Wir freuen uns übrigens über Ihr Feedback/Rückmeldung“ die Weichen stellen.
Hilfestellung geben
Bei vielen Patient:innen scheitert es nicht am wollen, sondern am wie. Hier können Sie eine Hilfestellung geben beispielsweise durch einen QR-Code im Wartezimmer der zur Bewertungsseite verlinkt.
Im Praxisablauf verankern
Besprechen Sie mit Ihrem Team, wie sie den Satz: „Wenn Sie möchten, freuen wir uns sehr über eine Bewertung“, natürlich in die Verabschiedung eines Patienten einfließen lassen können, ohne aufdringlich zu wirken.
Bedanken
Zeigen Sie das Bewertungen auch bei Ihnen ankommen. Bedanken Sie sich bei Ihrem Patienten oder Ihrer Patientin bei der nächsten Konsultation. „Danke für Ihr netten Worte, das hat uns sehr gefreut.“ Oder bei Kritik „Wir nehmen Ihr Feedback ernst und arbeiten daran, dass ….“
Muss ich als Arzt:in auf einem Bewertungsportal vertreten sein?
Natürlich müssen Sie nicht. Die Entscheidung sich auf einem dieser Portale zu registrieren, liegt ganz bei Ihnen. Es ist nur eine weitere Möglichkeit Patient:innen auf sich aufmerksam zu machen – aber gewiss nicht die Einzige. Sie können beispielsweise ein Google Businessprofil, einen Social Media Kanal, traditionelles Empfehlungsmarketing, lokale Medien oder einen Newsletter nutzen.
Beauftragen Sie einen Profi für Ihr digitales Reputationsmanagement
Mehr als 90 % der User:innen, die online nach Ärzten suchen, finden Bewertungen hilfreich. Bewertungen können also durchaus strategisch für Ihr Praxismarketing eingesetzt werden.
Diese digitalen „Daumen-hoch“ oder „Daumen-runter“ sind wirkungsvolle Ausdrücke der Patientenzufriedenheit. Positive Bewertungen können das Vertrauen potenzieller PatientInnen stärken, während negative Bewertungen das Vertrauen gefährden können.
Der Vorteil bei der Zusammenarbeit mit einer Praxismarketingagentur für das Bewertungsmanagement ist, dass Praxismarketingagenturen die Dynamik von Bewertungsportalen oder den sozialen Medien und anderen Online-Plattformen verstehen. Sie wissen, wie man positive Bewertungen fördert und professionell auf negative reagiert.
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